Abenteuer Hilfsgütertransport: unterwegs mit Auto und Anhänger nach Lesbos


Im Mai haben wir in der Schweiz einen Aufruf gemacht, um Materialspenden für die Einrichtung unseres Community- and Empowerment-Centre Bashira zu sammeln – vom Bürostuhl bis zum Laufgitter ist einiges zusammen gekommen. Offen gestanden: Es ist so viel zusammen gekommen, dass Auto und Anhänger bis auf den letzten Zentimeter voll beladen waren. Wir danken allen Spenderinnen und Spendern ganz herzlich.

Unsere Delegierte Raquel Herzog ist an Pfingsten zusammen mit Volunteer-Koordinatorin Chantal Vogt im eigenen Auto mit Anhänger nach Lesbos gefahren: zuerst durch Italien, danach auf der Fähre bis Lesbos. Die Fahrt ging gut. Und doch ist es jedesmal ein Abenteuer. Am Sonntag, 11. Juni bekamen wir von Raquel eine Nachricht via Whatsapp. Sie war auf dem Weg zurück in die Schweiz. Als sie an Bord der Fähre ging, lenkte der Parking-Verantwortliche Raquel Herzog aufs Obergeschoss. Leider war es nicht hoch genug für den Anhänger... Sie blieb stecken und die Blache wurde beschädigt.

Raquel schrieb uns:

«I found myself spending the next couple of hours with a bunch of charming italian garagistas in greasy overalls and one staff capitano, handsome, suntanned dressed all in white (although he helped big time he somehow made it, still being all white in the end), mooving the hanger and car back and forth about 100 times. Attaching and detaching the hanger on and off and finally bringing the whole thing down to the truck level. After everyone had a shower l invited all of them to a gelato on the sundeck, where we chatted and laughed about italians saving a hanger full with greek olive oil... After the gelato a huge, fully orange moon rose and l stood there amazed with a beauty that no camera can capture l went to bed.»

So geht das!

PS1. Raquel Herzog hat auf dem Rückweg eine Ladung Olivenöl dabei, gekauft bei Kleinstproduzentinnen auf Lesbos. Über das Olivenöl, seine Herstellerinnen und wie Sie es kaufen können, um SAO zu unterstützen, berichten wir später.

PS2. Für die beiden Projekte vor Ort in Griechenland freuen wir uns auch sehr, wenn Sie uns Ihre Spende auf unser Euro-Konto überweisen – Danke!.

PS3. Was auch noch zu sagen ist: Der Hafen in Patras, wo sich die Geschichte auf der Fähre ereignete, ist eine Festung. Vor einer hohen Mauer lauernd hunderte von Flüchtlingen. Diese Männer warten, bis ein Lastwagen sich nähert. Dann versuchen sie, unbemerkt über die Mauer zu gelangen und, sich auf der Unterseite des Lastwagens versteckt, auf die Fähre zu schmuggeln. Wer es schafft, berichtet von schlimmem Husten, nachhaltigen Hörschäden und anderem. Die Polizei kontrolliert mit Autos, Motorrädern und Sirenengeheul. Und nach dem Check-in wartet noch einmal eine Schranke: scharfer Stacheldraht. Die Hoffnungslosigkeit ist mit den Händen zu greifen. Hier dazu ein Videobeitrag des österreichischen Nachrichtenmagazins «profil».

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