Eine crazy Velotour für SAO

 

 

Thomas Gschwind hat sich etwas vorgenommen: Am Freitag, 6. Juli fährt er zusammen mit 13 Kollegen mit dem Fahrrad nach Genua/Varazze. An einem Stück. Ohne Übernachtung. Innert 24 Stunden. Das sind etwa 550 Kilometer, ein paar tausend Höhenmeter und viel eingeatmetes Kohlendioxid. Es ist für den 47jährigen nicht nur ein Vergnügen, sondern auch eine Herzensangelegenheit: «Ich finde die Arbeit von SAO unglaublich wertvoll, die schwächsten in der Gesellschaft so zu unterstützen. Und Menschen, die eh schon nichts haben, Hoffnung zu geben und ihnen vielleicht etwas Stress und Belastung zu nehmen. Das ist doch bewundernswert.»

 

Seit seinem 17. Lebensjahr fährt Thomas Gschwind Velo. Lange war er Mountainbiker, später stieg er aufs Rennvelo um – und auf die Marke De Rosa. Sein bester Freund, Tiziano, hatte ihn mit dem Virus angesteckt. Die Idee für «Zürich-Genua» entstand vor einem Jahr in der «Mittwochsgruppe», die das ganze Jahr über und bei jedem Wetter zusammen zwei Stunden trainiert und danach den Abend bei Pizza und Bier beschliesst. Die meisten sind zwischen Mitte vierzig und Mitte fünfzig. «Ein bunt gemischter Haufen», sagt Thomas Gschwind: «Bänkler, Ärzte – Augen, Darm, Hand – Psychiater, ein Florist, ein Weinhändler, Architekten.» Gerade die Mediziner könnten auf der strapazenreichen Tour vielleicht noch wichtig werden... «Wir haben für die wichtigsten 'Boboli' natürlich eine Apotheke dabei», lacht Thomas. Und sie haben sich ein Jahr lang gut vorbereitet. Sind 150 und 200 Kilometer am Stück gefahren. «Nur, ohne Schlaf auszukommen, das kannst Du natürlich nicht trainieren. Ich bin gespannt, wie das wird. Auch im Dunkeln. Wir haben ja im Alltag immer einen 'kognitiven Overload', ich stelle mir das mental auch sehr angenehm vor.»

 

Am Freitag, 6. Juli geht es in Zürich los, über den Gotthard zum Lago Maggiore, durch die ganze Po-Ebene bis Genua/Varazza. Nur kurz vor Genua werden noch einmal 900 Höhenmeter zu bezwingen sein. Ein Begleitfahrzeug hat das Notwendige an Ausrüstung dabei. Es wird drei Treff- und Haltepunkte geben, zum ersten Mal auf dem Gottard: Tenu-Wechsel und Verpflegung. Und eine Taktik hat die Abenteuer-Gruppe natürlich auch: Sie haben sich in zwei Stärkegruppen eingeteilt und starten etwas zeitversetzt. «Der Vorsprung der einen Gruppe sollte reichen, dass alle zusammen auf dem Gotthard ankommen. Danach fahren alle miteinander.» Wer besser bei Kräften ist, macht etwas mehr «Führungsarbeit». Es ist wichtig, so wenig wie möglich zu stoppen. Und irgendwann spielt sich sowieso alles im Kopf ab.» Das heisst konkret: Wer führt, also vorausfährt, verdrängt den Gegenwind für die anderen hinter ihm. «Der Unterschied für diejenigen, die im Windschatten fahren, ist riesig. Das spart enorm Kräfte. Im Sog zieht es einen geradezu mit», erklärt Thomas Gschwind. Anderseits ist das Windschattenfahren auch sehr anspruchsvoll, weil der Abstand zum Hinterrad des Vordermannes nur 10 bis 15 Zentimeter sein darf. Volle Konzentration also und das während der ganzen Nacht. Die Belohnung? Es ist klar, bei diesem Unternehmen ist im wahrsten Wortsinn der Weg das Ziel. Es miteinander geschafft zu haben, ist das Glück. In Genua ist das Hotel reserviert, es gibt Znacht und ein Bier und leuchtende Augen.

 

Thomas Gschwind hat im Vorfeld seinen Freundinnen und Freunden ein liebenswürdiges Mail geschickt, die Arbeit von SAO erklärt und sie aufgerufen, seine Velofahrt für SAO zu sponsern. «Ich habe ihnen drei Möglichkeiten vorgeschlagen: 25 oder 50 Rappen pro gefahrenen Kilometer oder eine Jahres-Mitgliedschaft für CHF 100. Oder irgend einen Betrag spenden. Alles hilft und ist wichtig. Als Beweis für gelten übrigens meine GPS-Daten und Bilder von unterwegs.»

 

Wer Thomas Gschwind, respektive SAO unterstützen mag, kann ihm gerne eine E-Mail senden. Er wird sich nach seiner Rückkehr melden. Oder man kann gerne einen Betrag direkt an SAO überweisen, mit dem Vermerk „Thomas Zürich-Genua“.

Oder IBAN: CH34 8074 7000 0021 0307 7 und BIC: RAIFCH22747

 

Thomas ist, und das muss man auch noch wissen, mit SAO familiär verbandelt: Er ist der Partner von SAO-Präsidentin Marina Villa und bekommt aus nächster Nähe mit, worum es bei der Arbeit von SAO geht und wieviel Engagement nötig ist, um diese Arbeit zu stemmen. «Die Schweiz ist unheimlich reiches Land. Es ist wichtig, dass wir helfen – wer auch immer und wo auch immer. Aber es kommt darauf an, dass man etwas macht.»

 

Forza, Thomas – und grazie mille!

 

 

 

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