Dramatische Lage auf Lesbos.

4.10.2019

Das Flüchtlingslager Moria platzt aus allen Nähten. Täglich kommen mehr Flüchtlinge auf Lesbos an. Die medizinische Versorgung wurde per Ende August 2019 ausgesetzt*. SAO Association stellt vor Ort in Griechenland einen erhöhten Bedarf an Medikamenten fest. Die Situation auf Lesbos ist dramatisch. Das Lager Moria beherbergt derzeit rund 13’000 Menschen, wobei kein Ende des Anstiegs von Neuankömmlingen (doppelt so viele wie im gleichen Zeitraum 2018) absehbar ist. Erste heftige Herbst-Regen verschlimmern die Situation zusätzlich.

 

Das Zeltlager in den Olivenhainen um Moria platzt aus allen Nähten – erste heftige Herbst-Regen verschlimmern die Situation zusätzlich.

 

Das Lager verfügt aber nach wie vor nur über etwa 2’800 Betten in Containern. Die sanitären Anlagen sind für knapp 1’800 Personen ausgelegt. Die Zahl der Ankünfte hat eine Höhe erreicht, wie es seit 2015 nicht mehr gab. Im Durchschnitt kommen täglich 105 Menschen an den Ufern von Lesbos an. Die Hälfte davon sind Kinder. Im Bereich C1, wo die von uns betreuten allein flüchtenden Frauen untergebracht sind, schlafen momentan 22 Frauen in einer Isobox (Wohncontainer). Aufenthaltsräume oder Schattenplätze sind nicht vorhanden. Bei den allein Flüchtenden Müttern sieht es nur marginal besser aus.

 

 

«Lesvospost» berichtet, dass trotz der Tatsache, dass über 4’000 der Einwohner von Moria über die richtigen Papiere verfügen, um auf das Festland weiter ziehen zu dürfen, die gestiegenen Ankunftszahlen und die Augustferien den enormen Rückstand, den die bürokratische Abwicklung der Transfers verzeichnet, noch verschärft haben. In der Zwischenzeit breiten sich behelfsmäßige Lager weit in die Olivenhaine aus, um die aufgeblähte Kapazität zu bewältigen. Im Lager werden Fingerabdrücke, die bei der Ankunft abgenommen werden sollten, erst Monate später genommen. Das Erstaufnahmezentrum im Lager kämpft mit technischen Störungen und Personalmangel.

 

Lager Moria auf Lesbos stellte medizinische Versorgung Ende August ein. SAO ist gefordert. 

 

Am 22. August 2019 liefen alle neun Verträge für medizinisches Personal in KELPNO, dem staatlichen medizinischen Akteur in Moria aus. KELPNO ist der einzige Akteur, der Gesundheits-Screenings und Verletzlichkeits-Analysen sowie Krankenhaustransfers und -termine für Fachärzte und Patienten im Endstadium auf dem Festland durchführen darf. Es zeichnet sich erneut eine humanitäre Katastrophe ab, die von der Zivilgesellschaft, d.h. kleinen Hilfsorganisationen wie SAO Association soweit irgendwie möglich aufgefangen wird. Die Fälle von Frauen, die bei uns verzweifelt um gesundheitliche Unterstützung bitten, häufen sich. 

 

Vor einer Woche hat die in EODI umbenannte Organisation den Betrieb wieder aufgenommen, leider reichen die 3 ÄrztInnen, 4 PflegerInnen und 2 Hebammen, für medizinische Sonderabklärungen bei weitem nicht.

Das Psychologische Team besteht aus 4 PsychologInnen und 2 SozialarbeiterInnen. Beiden Teams stehen nur 6 ÜbersetzerInnen zur Seite. 

 

Wir sind durch Mehrausgaben für medizinische Belange im Bashira Centre auf Lesbos dringend auf Spenden angewiesen. Danke für Ihren Beitrag!

 

Hier können Sie spenden.

 

 

 

 

*Quelle: https://www.lesvospost.com/2019/08/blog-post_147.html

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