GESCHICHTE

SAO entstand aus der Not und sozusagen aus dem Nichts. Es begann mit einer privaten Initiative von Raquel Herzog, die im Dezember 2015 als Volontärin nach Lesbos ging. Im Februar 2016 hat sie zusammen mit Aris Vlachopoulos SAO gegründet, den sie im Einsatz kennen gelernt hatte. Ende August 2016 wurde der Verein SAO in der Schweiz neu aufgegleist, auf «Frauen für Frauen» ausgerichtet und mit Ursula Hess, Christine Loriol, Nic Kleiber und Simone Inversini sowie ab Oktober mit Marina Villa verstärkt.  

2017 haben wir uns ganz auf den Frauen-Fokus konzentriert: SAO Association - für Frauen auf der Flucht legte sich auf die drei Programme «Bashira» auf Lesbos, «Amina» in Athen und «Back on Track» fest.


Dies sind die drei Standbeine von SAO: zwei Frauenhäuser (als Tageszentren) und ein Studienförderprogramm. Das heisst: Wir bieten unmittelbare Unterstützung im «Bashira» Community- and Empowerment-Centre – für Frauen, die im Ausschaffungslager Moria auf Lesbos festsitzen; weiterführende Hilfe im «Amina» Community- and Empowerment-Centre – für Frauen, die es aufs griechische Festland geschafft haben und in Athen auf ihre definitive Aufnahme in Griechenland oder auf die Familienzusammenführung in einem anderen europäischen Land warten; zukunftweisend arbeiten wir mit «Back on Track» für Frauen, die wegen der Flucht ihre Ausbildung unterbrechen mussten oder gar nicht aufnehmen konnten. 

Was klein angefangen hat, ist gross geworden – SAO wurde von der Initiative zum Verein, vom Verein zu einer NGO und von der NGO zum Hilfswerk.

SAO Association hat sich dieser Entwicklung kontinuierlich angepasst: Co-Gründer Aris Vlachopoulos hat SAO verlassen 2017, um eine neue lokale NGO zu gründen und seine Arbeit vom Lagerhaus «Attika» aus weiterzuführen. Der SAO-Vorstand verstärkte sich 2017 erneut:  mit Claudia Colic (Finanzen) und Claudia Weber (Rechtsfragen) konnten zusätzliche Kompetenz und Kapazität an Bord geholt werden. Auch Raffaella Pearce (Assistentin der GL) kam als Verstärkung Ende 2017 zum Team. 
 

Die beiden Häuser «Bashira» (seit 2017) und «Amina» (seit 2018) werden seit Beginn von Sonia Andreu Barradas bzw. Tereza Lyssiotis geleitet. 

Mit «Bashira» und «Amina» hatte sich für 2018 die Herausforderung für den Vorstand in der Schweiz noch einmal verändert: Unser Fokus war nun, die Finanzierung der Programme sicherzustellen. Damit wir alle Kräfte möglichst gewinnbringend für SAO einsetzen können, beschlossen wir an der Generalversammlung vom 8. Mai 2018 einige Rochaden : Marina Villa übernahm das Präsidium von Christine Loriol, die das neue Ressort «Kampagnen» aufbaute und im Herbst 2018 das erste SAO Crowdfunding leitete (zusammen mit Marianne Läderach).  Claudia Weber übernahm – zusätzlich zu ihrem Rechtsdossier – das Vizepräsidium von Nic Kleiber und Simone Inversini. Nic Kleiber konzentrierte sich im neuen Dossier Marketing u.a. auf «Sachbezogene Spenden» und akquiriert Mittel, mit denen wir Dringendes vor Ort in Griechenland besorgen können. Simone Inversini leitet nach wie vor das Programm «Back on Track» sowie das Dossier Organisationsentwicklung, investiert sich aber neu auch als Verantwortliche für die Mitgliederwerbung. Claudia Colic führte in ihrem Dossier Finanzen auch das Fundraising.

Im Laufe des Jahres 2018 zeigte sich die enorme und steigende Belastung aller Vorstandsmitglieder deutlich. Nic Kleiber und Simone Inversini traten auf Ende Jahr aus dem Vorstand zurück. Wieder wurden Ende 2018 und Anfang 2019 die Ausrichtung, die Struktur und die Arbeitsabläufe hinterfragt und den Herausforderungen entsprechend ausgerichtet.

 

Die Organisation wandelte sich. Es wurde zwingend, die Arbeit und die Belastung auf mehr Schultern zu verteilen. Neue Kräfte kam hinzu – für wenige Wochen, mehrere Monate oder bis auf weiteres. Die Projektleiterin des Crowdfunding, Marianne Läderach, konnte ab Juni 2019 als neue Vorstandskollegin gewonnen werden. Und im Sommer kam Susan Jacxens hinzu. Dafür konnten sich im Oktober 2019 Ursula Hess und Christine Loriol zurückziehen: nach dreieinhalb Jahren intensivster und umfangreicher Freiwilligenarbeit, hatten sie ihren Beitrag geleistet. Ursula Hess als Geschäftsleiterin und Christine Loriol als Präsidentin und spätere Kampagnenleiterin hatten in den ersten zweieinhalb Jahren mit Gründerin Raquel Herzog das Kernteam gebildet. Sie waren nicht nur im Vorstand, sondern auch operativ tätig und haben entscheidend beigetragen, SAO auf die Beine zustellen. Als Nachfolgerin von Ursula Hess, wurde mit Jelscha Dietrich zum ersten Mal eine Geschäftsleiterin Administration eingestellt. Ein weiterer Meilenstein.

 

Jelscha Dietrich bildet zusammen mit Tina Ackermann (GL Kampagnen), Annick Girardier (GL Interface GR) und Raquel Herzog (GL Operations) die neue Geschäftsleitung. SAO geht mit neuen Kräften und einer neuen Organisationsstruktur ins Jahr 2020.

Die Aufgabe bleibt: Einen Beitrag zu leisten, für diejenigen Frauen, die es am allerschwersten haben.  

EHEMALIGE PROJEKTE

WEATHER REPORTS FOR
REFUGEES
September 2016 - April 2018

 

Verhindern, dass Menschen im Mittelmeer ertrinken: Die SAO-Wetterwebsite bereitet für Flüchtende überlebenswichtige Wetterdaten auf. Diese werden für die Türkei, Griechenland, Lybien, Aegypten und Italien stündlich aktualisiert und zweimal täglich an andere NGOs, Volunteers- und Flüchtlings-Netzwerke weitergegeben. Sie sind für Smartphones optimiert und in Englisch, Farsi und Arabisch verfasst.

SAO-VAN
Januar 2016 - Februar 2017

Der SAO-Van spielte auf Lesbos eine wichtige Rolle, da wir damit Lager auf der ganzen Insel belieferten – er war auf der ganzen Insel bekannt. 2016 brachte der Van ankommende Bootsflüchtlinge zu den Lagern und Busstationen oder er transportierte Füchtlinge aus Moria und Volunteers von und nach «Attika».​ Der SAO-Van war im Notfall auch ein mobiles Lager für Rettungsfolien, Wolldecken und trockene Kleider und wir haben unzählige frierende und durchnässte Kinder nach ihrer Ankunftdarin aufgewärmt. Zur Zeit ist er als Transportmittel für das Wild Lemon Project unterwegs, das mit der Hilfe von Flüchtlingen Caterings in der Schweiz anbietet.

ATTIKA
Juli 2016 - Februar 2017

 

«Attika» auf Lesbos ist eines der grössten und das einzig öffentliche Warenhaus in Griechenland. Im Juli 2016 übernahm SAO Association das Warenhaus interimsmässig, bis es im Februar 2017 selbständig wurde.

Wir bekamen Spenden aus der ganzen Welt. Diese wurden sortiert, gelagert, ausgeliefert und an Selbstabholer ausgehändigt. Die Spenden gingen zu Flüchtlinge, Lagern und anderen NGOs auf Lesbos und dem griechischen Festland, sowie zu bedürftigen Menschen der örtlichen Bevölkerung auf Lesbos.

STONEHOUSE
März - August 2016

 

Nach der Schliessung der Grenzen sassen Flüchtlinge in Griechenland fest. Von März bis August 2016 lebten Tausende unter unmenschlichen Bedingungen im Hafen von Piräus. Eine Gruppe Freiwilliger unter der Leitung von Renata Blazek, die vorher in «Attika» arbeitete, kümmerte sich als Einzige um die rund 1300 Menschen, die in und um das sogenannte «Stonehouse» lebten, 24 Stunden am Tag, 7 Tage die Woche. Sie verteilten Sachspenden, leisteten minimale medizinische Versorgung, organisierten Babynahrung und bessere Unterkünfte für besonders Schutzbedürftige oder brachten regelmässig Menschen mit ihrem Van ins Spital. 

CAMP ASSESSMENT TOURS
April - Mai 2016

 

Eine wichtige Recherchearbeit hat SAO im April 2016 initiiert und durchgeführt. Auf zwei umfassenden Touren hat Aris Vlachopoulos zusammen mit anderen Freiwilligen nach dem EU-Türkei-Deal auf dem griechischen Festland eine Bestandsaufnahme von 46 Flüchtlingscamps vorgenommen. Der Report ist öffentlich einsehbar und soll laufend von Freiwilligen vor Ort ergänzt werden. 

bit.ly/GreekCampReport

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