
«Nach der ersten Woche im Einsatz als Freiwillige war mir klar, dass ich mich längerfristig und nachhaltig für Menschen auf der Flucht einsetzen will.»
SAO-Gründerin Raquel Herzog
Geschichte
SAO Association wurde am 24. Februar 2016 von Raquel Herzog gegründet, nachdem sie 2015 auf Lesbos einen Einsatz als Volontärin in der Seenotrettung von Geflüchteten geleistet hatte.
Meilensteine

November 2023
Besuch der Bundesrätin und der Staatssekretärin
Eine Delegation der Bundesrätin Elisabeth Baume-Schneider mit Staatssekretärin Schraner Burgener, dem Schweizer Botschafter Estermann und Begleiter:innen besuchte im November 2023 Lesbos und machte als letzte Station im Bashira Centre Halt.
Im oberen Stock sassen die Bundesrätin, die Staatssekretärin und Raquel Herzog zwei Stunden lang mit unseren Klientinnen zusammen. Die Frauen erzählten sehr eindrücklich von ihren Sorgen und Nöten und stiessen bei den Politikerinnen auf wertschätzende Ohren
Die Bundesrätin verabschiedete sich von den Frauen und sagte: «Danke für euren Mut, eure Geschichten zu erzählen.»

2023
Verleihung des Rotkreuzpreises
Im Rahmen der Rotkreuzversammlung vom 24. Juni 2023 in Neuenburg wurde zum 10. Mal der Rotkreuzpreis für humanitäre Leistungen besonderer Qualität verliehen und ging an SAO.
Laut dem Schweizerischen Roten Kreuz war die Jury des Rotkreuzpreises vom SAO-Programm und vom ausser-ordentlichen humanitären Engagement des Teams äusserst beeindruckt.
Der Rotkreuzpreis ist eine der höchsten Auszeichnungen, die das Schweizerische Rote Kreuz verleiht. Die durch den Schweizerischen Roten Kreuz ausgezeichnete Leistung soll sich an den Grundsätzen der Menschlichkeit, der Unparteilichkeit, der Neutralität und der Freiwilligkeit orientieren.
Anlässlich der Preisübergabe widmete Raquel Herzog den Preis den äusserst engagierten Mitarbeiterinnen und würdigte die besondere Widerstandskraft der Klientinnen.

2019 - 2023
Pilotprojekt
Back on Track academic
2019 starteten wir unser Pilotprojekt mit drei jungen Frauen, die wir seit ihrer Ankunft auf Lesbos 2016 kannten.
Die kurdisch-syrischen Schwestern Ruha (Bild) und Ronahi Said sowie die aus Aleppo Stammende Amani Bremou konnten institutionelle und sprachliche Hindernisse überwinden und im September 2020 ihr Studium wieder aufnehmen. Alle drei haben ihr Studium unterdessen erfolgreich abgeschlossen.
Mit dem dritten Abschluss schlossen wir das Pilotprojekt ab, um uns zukünftig vollumfänglich auf die Sprach- und Kompetenzentwicklung "Back on Track vocational' unserer Klientinnen in Griechenland zu konzentrieren.

Dez. 2018
Besuch Bashira Centre
DEZA Delegation
Im Dezember 2018 wurden wir von einer Schweizer Delegation besucht.
Die Delegation mit dem Schweizer Botschafter in Athen, Olaf Kjelsen, dem Leiter der Humanitären Hilfe und Vizedirektor DEZA, Manuel Bessler, sowie Dieter Dreyer (DEZA) und Helène Minacci (SEM) liess sich von den Bashira Leiterinnen Sonia Andreu und Rachel Ellis durchs Bashira Centre führen und zeigte grosses Interesse an unserer Arbeit.
In der Folge wurden wir für 2 Jahre vom DEZA und anschliessend 18 Monate vom SEM unterstützt.
Danach brach diese Unterstützung aufgrund der Kohäsionszahlungen, die direkt an Griechenland gehen, leider ab.

Okt. 2018
Besuch Bashira Centre
Amnesty International
Im Oktober 2018 durften wir im Bashira Centre eine Delegation von Amnesty International, darunter Generalsekretär Kumi Naidoo, empfangen.
Die Delegation führte eine emotionale, inspirierende und bestärkende Diskussionsrunde mit unseren Klientinnen, die ihre Sorgen äusserten, die Schwierigkeiten im Lager Moria beschrieben und praktische Vorschläge zur Verbesserung der Situation von vertriebenen Frauen auf Lesbos machten.
Nach dem Treffen überreichten uns die Gäste ein Banner der Hoffnung mit Botschaften der Unterstützung, Liebe und Solidarität in vielen Sprachen von Amnesty-Mitgliedern aus aller Welt.
Der von Amnesty International veröffentlichte Bericht zur Situation von geflüchteten Frauen auf Lesbos und dem Bashira Centre hier eingesehen werden.

2018
Eröffnung Amina Centre, Athen
Wenn Frauen, die wir im Bashira Centre betreuten, einen positiven Asylentscheid erhielten, mussten sie die Insel sehr schnell verlassen. Ein weiterer, ungewisser Neuanfang auf dem Festland kam auf sie zu.
Wir entschieden uns dazu, diese Frauen weiter zu begleiten und eröffneten 2018 mitten in Athen das Amina Centre, dass sich neben der psychosozialen Unterstützung zunehmend auf die Integration der Klientinnen spezialisiert hat.
Eine Sprachlehrerin unterrichtet die Frauen in griechischer Sprache und führt sie an die offiziellen Prüfungen nach europäischem Referenzrahmen heran.
Auch im Amina Centre werden die Frauen ganzheitlich betreut, ihr familiäres Umfeld mit einbezogen und arbeitende Frauen können sich jederzeit mit Fragen zu ihrer Anstellung an das Team wenden.

2017
Eröffnung
Bashira Centre, Lesbos
Beim Verteilen von Hilfsgütern im Flüchtlingslager Moria kamen wir immer wieder mit Frauen ins Gespräch. Es zeigte sich, dass das Camp in keiner Weise auf die spezifischen Bedürfnisse von Frauen eingerichtet war: desolate hygienische Verhältnisse, mangelnde Sicherheit und gestörte Nachtruhe, waren die Hauptprobleme. Die Frauen wünschten sich einen sicheren Ort, zu dem nur Frauen Zugang haben, einen Ort, um in Sicherheit zu Duschen und auf offene Ohren zu stossen.
Wir beschlossen, unsere Arbeit ganz auf Frauen auf der Flucht zu fokussieren und eröffneten das Bashira Centre auf Lesbos. Aufgrund der immensen Nachfrage entschieden wir uns bald dafür, uns auf die verletzlichsten Frauen zu konzentrieren und ein professionelles psychosoziales Programm anzubieten.

Apr. / Mai 2016
Bestandesaufnahme Flüchtlingslager GR
im April 2016 initiierte und führte SAO eine bedeutende Forschungsarbeit durch.
Auf zwei umfassenden Reisen inventarisierte eine Gruppe von Freiwilligen, darunter die derzeitige CEO von SAO-Hellas, Tereza Lyssiotis, 46 Flüchtlingslager, die nach dem "EU-Türkei-Deal" auf dem griechischen Festland neu eingerichtet wurden.
Lokale Freiwillige verfassten regelmässig Updates, bis die Lager geschlossen wurden. Der Bericht ist auch heute noch öffentlich zugänglich.

Mär. - Aug. 2016
"Stone House" Piräus
Nach der Schliessung der Grenzen am 18. März 2016 aufgrund des "EU-Türkei-Deals“ sassen die Geflüchteten in Griechenland fest.
Von März bis August 2016 lebten Tausende unter unmenschlichen Bedingungen im Hafen von Piräus. Eine Gruppe von Freiwilligen unter der Leitung von Renata Blazková, die später Programmmanagerin im Bashira Day Centre wurde, kümmerte sich rund um die Uhr um die etwa 1300 Menschen, die in und um das sogenannte „Stonehouse“ lebten. Sie verteilten Sachspenden, leisteten minimale medizinische Versorgung, organisierten Babynahrung und bessere Unterkünfte für besonders schutzbedürftige Menschen und brachten die Menschen regelmäßig mit ihrem Kleinbus ins Krankenhaus.

Feb. 2016 - Feb. 2017
Lagerhaus für Hilfsgüter, Lesbos
SAO führte auf Lesbos zu Beginn das grösste und einzige öffentliche Lagerhaus für Hilfsgüter in Griechenland. Wir mieteten die Lokalität 2016 und erhielten Sachspenden aus der ganzen Welt.
Diese wurden sortiert, gelagert, ausgeliefert und an Selbstabholer ausgehändigt. Die Spenden gingen an Flüchtende, Lager und andere NGOs auf Lesbos und dem griechischen Festland, sowie an bedürftige Menschen der örtlichen Bevölkerung.
Im Februar 2017 übergab SAO das Lagerhaus an die lokale Organisation ATTIKA Human Support.

Jan. 2016 - Feb. 2017
SAO Van, Lesbos
Mit dem SAO-Van wurden wurden Hilfsgüter an Flüchtende und bedürftige Einheimische auf der ganzen Insel ausgeliefert.
Ausserdem funktionierte er als Transportmittel für Hilfsgüter vom Lagerhaus Attika nach Moria und anderen Unterkünften für Geflüchtete.
Nachts diente er am Strand als mobiles Lager für Rettungsfolien, Wolldecken und trockene Kleider. Unzählige unterkühlte und durchnässte Kinder wurden nach ihrer Ankunft darin aufgewärmt.
Dank seiner auffälligen Farbe war der SAO-Van auf der ganzen Insel bekannt.
Seit 2019 ist jegliche Hilfeleistung an Ankommende verboten und wird strafrechtlich verfolgt.
Im Januar 2025 wurden 2019 verurteilte humanitäre Helfer:innen nach Jahren zwar freigesprochen - es bleibt jedoch unklar, welche Konsequenzen Hilfeleistende weiterhin zu befürchten haben.

Okt. 2015 - Mär. 2016
Soforthilfe, Lesbos
Im Oktober 2015 flog Raquel Herzog nach Lesbos um sich als Freiwillige in der Soforthilfe für ankommende Bootsflüchtlinge an den Stränden zu engagieren.
Nachdem sie SAO im Februar 2016 gründete war der Verein mit mehreren Freiwilligen weiterhin an den Stränden aktiv. Nachts wurde sowohl im Norden der Insel als auch an der Küste um den Flughafen nach Booten Ausschau gehalten. Im kritischen Moment der Landung wurden die verängstigten und durchnässten Flüchtenden unterstützt und an Land mit erster Hilfe, trockenen Kleidern, Wasser und Energieriegeln versorgt. Ältere, körperlich eingeschränkte und verletzte Menschen wurden mit dem SAO-Van zu den UNHCR-Bussen, die die Menschen ins Camp zur Registrierung brachten, gefahren.

Name und Signet
Sao ist eine Nymphe aus der griechischen Mythologie, eine der 50 Töchter der Meeresgötter Doris und Nereus. Die Meeresnymphe (Nereïde) hatte die Aufgabe, Schiffbrüchige in gefährlichen Gewässern zu beschützen und zu retten. Eine stilisierte Sao ziert unser Signet.
