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Der Kontext, in dem wir arbeiten

Die Flüchtlingssituation in Griechenland

Letztes Update: August 2021

In Griechenland kommen  seit 2015  eine grossen Zahl von schutz- und asylsuchenden Menschen an. Laut UN-Statistiken kommen die meisten Betroffenen aus Afghanistan, Syrien, der Demokratischen Republik Kongo und dem Iran. Schätzungen zufolge halten sich rund 200'000 Geflüchtete in Griechenland auf, von denen über die Hälfte Frauen und Mädchen sind.

Griechenland  ist überfordert mit dieser Situation und führt ein strenges und oft dysfunktionales Asyl- und Migrationssystem, das systematisch unter Druck  steht. Die Politik der Grenzabschottung (die am 18. März 2016 eingeleitet wurde und am 7. Juni 2021 ihre letzte Ausbaustufe erfuhr), der eingeschränkte Zugang zu Ressourcen und der zunehmend widerwillige Empfang in Europa haben für Geflüchtete eine Vielzahl von Problemen hervorgebracht, die von Menschenrechtsverletzungen bis hin zu praktischen Problemen wie knappen finanziellen Mitteln und unsicheren Unterkünften reichen.

Das griechische Asylsystem operiert auf der Grundlage, dass die Türkei ein sicheres Land für Rückführungen ist, doch Ankara übernimmt bis jetzt diesbezüglich keine Verantwortung. Darüber hinaus sind die Geflüchteten in Griechenland mit einem erdrückenden Paradoxon konfrontiert: Einerseits sind einige von der Umsetzung der territorialen Einschränkungen betroffen, die die Menschen in einem Schwebezustand auf den Inseln nah der der EU-Grenzen halten. Gleichzeitig werden andere aufs Festland geschickt, ohne dass ihnen Sicherheitsnetze oder konkrete Lösungen für eine langfristige Integration angeboten werden. So oder so sind die Geflüchteten in einem Teufelskreis gefangen und fühlen sich nicht nur ohnmächtig, sondern sind auch buchstäblich nicht in der Lage, für sich und ihre Angehörigen zu sorgen. 

Die zahlreichen unvermeidbaren Konsequenzen sind:

  • Eine Vergrösserung der Kluft zwischen humanitären Akteuren und den lokalen Gemeinden, die Vertriebenen und humanitären Akteuren gegenüber immer feindseliger eingestellt sind.

  • Die Vertriebenen befinden sich in einem Schwebezustand oder sehen sich vor einer Zukunft mit geringen Aussichten auf ein würdiges Überleben

  • Die schrittweise Umwandlung von Aufnahmezentren in geschlossene und kontrollierte Lager kann zu einer Ghettoisierung der geflüchteten Bevölkerung führen

  • Strengere politische Massnahmen und die Einschränkung staatlicher Unterstützung (wie z. B. die Beendigung der ohnehin schon geringen finanziellen Unterstützung für selbst untergebrachte Asylbewerber*innen) sind ein weiteres Hindernis für die Bemühungen der Geflüchteten um Eigenständigkeit und Integration

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Die Situation von geflüchteten Frauen in Griechenland

Begrenzter Zugang zu Ressourcen, strukturelle Unzulänglichkeiten, überlastete oder zusammengebrochene Sicherheitsnetze, Hindernisse bei der rechtlichen Vertretung und bei Gesundheits- und Reproduktionsdienstleistungen, … dies sind nur einige der Hürden, die geflüchtete Frauen überwinden müssen. Ihre Stimmen werden zum Schweigen gebracht und ihre Fähigkeiten werden unterschätzt. Sie sind regelmässig mit einem erhöhten Risiko von geschlechtsspezifischer Gewalt, Obdachlosigkeit und Arbeitslosigkeit konfrontiert.

So helfen wir

SAO Association unterstützt Frauen in ihrem Streben, ihr Leben in Sicherheit und Würde in ihrer neuen Umgebung wieder aufzubauen, indem wir ihre Bedürfnisse an der Wurzel anpacken und mit ihnen zusammenarbeiten, um Traumata und hindernde Umstände und Wahrnehmungen zu überwinden.

Wir betreiben zwei Tageszentren in Athen und auf Lesbos, wo wir ein psychosoziales Unterstützungsprogramm für alleinstehende Frauen, Mütter, junge Mädchen, Witwen, beeinträchtigte und ältere Frauen durchführen. Wir helfen ihnen bei der Bewältigung traumatischer Erlebnisse, der Wiedererlangung ihrer Stärke und der Optimierung ihrer Fähigkeiten und Fertigkeiten und unterstützen sie in ihren Bemühungen, ein sicheres, unabhängiges und erfülltes Leben fernab von Elend, Leid und sexueller und geschlechtsspezifischer Gewalt zu führen.

Unser Vorgehen

Wir unterstützen vertriebene Frauen darin, Inklusion und Autonomie zu erlangen - ein Vorgehen, das komplexe Lösungen und ein Zusammenspiel von verschiedenen Massnahmen erfordert. Unsere Fachfrauen sind qualifiziert, diese Komplexität anzugehen, Allianzen zu schmieden und gemeinsam mit den Frauen, die sich ihnen in einer kritischen Phase ihres Lebens uns anvertraut haben, nachhaltige Möglichkeiten zu finden.

SAO Association unterstützt vertriebene Frauen, die in Griechenland leben, mit konkreten, effizienten, neutralen und ethischen Ressourcen, um eine nachhaltige Zukunft zu schaffen. Wir helfen ihnen, sich zu ermächtigen, Veränderungen zu bewirken, Hindernisse zu beseitigen und sich in ihrer neuen Heimat zu integrieren.

Mehr über unsere Programme:

Bashira Centre Lesbos Tageszentrum
AUF LESBOS

Bashira Centre

Das Bashira Centre auf Lesbos bietet besonders schutzbedürf-tigen Frauen, die u.a. im Flüchtlingslager festsitzen, Nothilfe (Hygieneartikel, Kleider, etc.), Schutz, einen Zufluchtsort und einen Lichtblick im tristen Flüchtlingsalltag.

Amina Centre Athen für geflüchtete Frauen
IN ATHEN

Amina Centre

Unser Amina Centre in Athen ist eine wichtige Anlaufstelle für Frauen, die als schutzbedürftig anerkannt wurden oder griechisches Asyl erhalten haben. Es bietet Zuflucht, Orientierung und durch seine psychosozialen Programme neue Perspektiven.

INTERNATIONAL

Back on Track

Das Programm Back on Track reicht von inkludierenden Aktivitäten über Sprachkurse und Workshops bis zur Unterstützung von Studentinnen.

Um den Integrationsprozess zu fördern, setzt Back on Track gezielt und früh an.