• Vanessa Schröter

Vanessas Bericht vom Volunteer Alltag im Bashira Centre - Teil 3

Aktualisiert: März 5


Erst vor kurzem kam Vanessa von ihrer sechsmonatigen Volontärserfahrung im Bashira Centre zurück.


Für Pari und Masoumeh


"Abgesehen von einigen wenigen Frauen, die selten länger als ein Jahr auf Lesbos bleiben, verlassen die meisten die Insel innerhalb weniger Monate. Der Tag, an dem sich neue Frauen in Bashira anmelden, ist immer verbunden mit Neugierde, Unsicherheit und der Hoffnung, Anschluss an die Gemeinschaft zu finden. Wenn sie das Zentrum zum ersten Mal als neue Mitglieder betreten, wandern ihre Augen umher und nehmen den neuen Ort in sich auf, setzen sich in das Wohnzimmer, wo sich die meisten Frauen versammeln, und lauschen leise dem Gespräch. Andere suchen instinktiv nach Menschen, die die gleiche Sprache sprechen, und es werden höfliche Begrüssungsworte und erste Fragen ausgetauscht.

Schritt für Schritt integrieren sich die meisten Frauen - die Neuen werden zu Mitgliedern, die engagiert an den Aktivitäten und dem Geplauder teilnehmen. Die Frauen schliessen sich zusammen und es entstehen neue Freundschaften. Sie gewöhnen sich aneinander und fangen an, diejenigen zu vermissen, die mehrere Tage lang nicht erscheinen. Sie tauschen Geschichten, Lachen und Erinnerungen aus. Sie sprechen über das harte Leben auf Lesbos und über das Asylverfahren, aber auch über die Schwierigkeiten während der Durchreise. Sie zeigen sich gegenseitig Familienfotos und lachen über alltägliche Begebenheiten.


Die Nähe zueinander wird jedoch jedes Mal gestört, wenn jemand die Insel verlässt. Je sozialer die Frau ist, desto schwerer fällt der Abschied. Übermütig von guten Nachrichten betreten die Frauen Bashira mit einem breiten Lächeln, um ihren Freundinnen mitzuteilen, dass sie die Insel verlassen dürfen. Der Gedanke, endlich aus Moria oder anderen Lagern herauszukommen und ihre Reise fortzusetzen, bedeutet Freude und Hoffnung, vermischt sich aber auch mit Angst vor dem Neuen. Wenn möglich, kommen die Frauen vorbei, um sich zu verabschieden, bevor sie in aller Eile ihre Sachen packen und den Hafen und die Fähre erreichen.


‘Ich fahre nach Athen!’ oder ‘ich fahre nach Thessaloniki!’ Endlose Umarmungen werden ausgetauscht. Tränen laufen über die Wangen. Gute Reise und eine ‘gute Zukunft’ wird gewünscht.

Es ist schwer zu glauben, dass man sie nicht wiedersehen wird. Wenn also Nachrichten über ihre sichere Ankunft und Bilder von glücklichen Gesichtern in einer neuen Umgebung auftauchen, wird jede hellwach.


Ich hoffe, dass das Glück an Ihrer Seite sein wird und Ihre Zukunft hell sein wird. "Passt auf Euch auf!!!"


Wenn auch Sie sich als Freiwilliger im Bashira- oder Amina-Zentrum engagieren möchten, besuchen Sie bitte unsere Freiwilligen-Seite oder werden Sie SAO-Mitglied.


To Pari and Masoumeh

"Apart from a few women that rarely stay over a year on Lesvos, most leave within several months. The day new women register in Bashira is always related to curiosity, insecurity and hope to be able to connect to the community. The first time they enter the center as new members their eyes wander around taking in the new place, sit down in the living room where most women gather and listen quietly to the conversations. Others look instinctively for people who speak the same language and polite greetings and first questions are exchanged.

Step by step most ladies integrate and new members become locals who actively participate in activities and chit-chat. The women bond and new friendships develop. The women get accustomed to each other and begin to miss the ones that do not to appear for several days. They share stories, laughter, and memories. They discuss the hardships on Lesvos and the asylum process but also the difficulties during transit times. They show each other family pictures and smile about daily incidences.

The closeness to each other though gets disrupted every time someone leaves the island. The more social the woman is the harder it is to say good bye. High spirited from good news, women enter Bashira with big smiles to tell their friends that they are leaving. The idea to finally get out of Moria or other camps and continue their journey means joy and hope but also gets mixed with fear for the new. If possible, the women come to say bye before packing their belongings in hurry and reach the port for the ferry.

‘Me go Athens!’ or ‘I go Thessaloniki!’ Endless hugs are shared. Tears run down cheeks. ‘Safe journey and a good future’ is wished.

It’s hard to believe that you won’t see them again. Hence, when messages of their safe arrival and pictures of happy faces in a new environment appear everyone lightens up.

I hope luck will be at your side and your future will be bright. Take care!!!"

If you would also like to volunteer at the Bashira or Amina Centre please visit our volunteer site or become a SAO member.


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