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Nach 1,5 Jahren wieder zu Besuch in Griechenland

Aktualisiert: 27. Jan.

Nach über 1,5 Jahren, in welchen das SAO-Team Schweiz aufgrund der Pandemie nicht nach Griechenland reisen und die Tageszentren in Athen und auf Lesbos besuchen konnte, reisten wir im Oktober für zwei Wochen nach Griechenland. Lesen Sie hier, was unsere Teams vor Ort in den letzten Monaten geleistet haben und was die neuesten Entwicklungen der Flüchtlingssituation in Griechenland sind.


Das Team von SAO Schweiz und vom Bashira Centre auf Lesbos.


Es war ein sehr schönes, lang ersehntes Wiedersehen mit den langjährigen Mitarbeiterinnen in Griechenland und wir konnten endlich die neuen Mitarbeiterinnen, die wir bisher nur aus online Meetings kannten, persönlich kennenlernen. Wir hatten viel Zeit für Sitzungen, Gespräche und Austausch, sowohl in Gruppen als auch zu zweit und lernten viel darüber, wie sich die gegenwärtige Situation für unsere Teams im Amina Centre und Bashira Centre und für Partnerorganisationen präsentiert.


Optimierte Strategien dank grossen Herausforderungen

Wir sind stolz auf die beeindruckende Arbeit, die unsere Mitarbeiterinnen vor Ort leisten. Aus all den Herausforderungen der letzten Monate sind sehr gute Strategien entstanden. Die Umstellung von geöffneten Zentren auf die Betreuung via Telefon und Internet während der Lockdowns haben unsere Mitarbeiterinnen mit Bravour gemeistert und sie sind die damit verbundenen Schwierigkeiten mit viel Professionalität und Kreativität angegangen. Nun sind die Zentren mit gewissen Einschränkungen wieder geöffnet und gleichzeitig wird die erfolgreiche Remote-Betreuung auch in Zukunft beibehalten. So können jene Frauen weiterhin erreicht werden, die aus unterschiedlichen Gründen keine Möglichkeit haben, unsere Zentren zu besuchen.


Zumindest verbesserte infrastrukturelle Bedingungen im Camp auf Lesbos

Auf Lesbos konnten wir uns mit Mitarbeiter*innen anderer lokaler Organisationen austauschen. Wir sehen eine positive Entwicklung im Flüchtlingscamp Mavorouni, wo die meisten Zelte durch Wohncontainer ersetzt wurden. Ende November sollen nur noch Container und keine Zelte mehr stehen. Dies verbessert die Situation der verbliebenen ca. 4'000 Menschen im kommenden Winter entscheidend. Auch die sanitären Installationen haben sich gemäss Berichten unserer Klientinnen verbessert.


Neues Problem: Hunger!

Zwei Gruppen von Campbewohner*innen sind nicht mehr auf der Liste für die Essens-Verteilung im Lager und erhalten somit keine Nahrungsmittel mehr: Zum einen sind dies Menschen, die Asyl erhalten haben und aus bürokratischen oder finanziellen Gründen noch nicht auf das Festland abreisen konnten. Zum anderen betrifft dies auch Camp-Bewohner*innen mit mehrfachen Ablehnungen des Asylgesuchs.

Aus diesem Grund gibt unser Team im Bashira Centre vermehrt Supermarkt-Coupons an betroffene Frauen aus. Mit diesen Coupons ermöglichen wir unseren Klientinnen, selbst zu entscheiden, was sie brauchen und sich kaufen möchten und nicht bestimmte Nahrungsmittel zugeteilt zu bekommen. SAO ist auf Lesbos zurzeit die einzige Organisation, die mit diesem System der freien Wahl arbeitet. Trotzdem begrüssen wir die Initiative vieler Partner-Organisationen, Betroffene vor Hunger zu bewahren.

Nebst dieser praktischen Hilfe leisten unsere Teams sowohl im Bashira Centre auf Lesbos als auch im Amina Centre in Athen nach wie vor psychosoziale Unterstützung. Da die Camps auf den Inseln «geleert» werden, hat unser Team in Athen momentan besonders viele aktive Fälle, denn jede Bashira-Klientin hat automatisch Zugang zu allen Leistungen im Amina Centre. Dies entspricht dem SAO-Nachhaltigkeitsprinzip.


Es ist beeindruckend zu sehen, wie professionell und sorgfältig unsere Teams ihre wichtige Arbeit zur Unterstützung von geflüchteten Frauen leisten. Wir kehren mit viel neuem Elan und Ideen aus Griechenland zurück und werden weiterhin von der Schweiz aus unser Bestes geben, um unsere Mitarbeiterinnen vor Ort maximal zu unterstützen.

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