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Weltfrauentag 2024




Am 8. März feiern Frauen auf der ganzen Welt den Weltfrauentag, der dieses Jahr von der UNESCO unter das Motto "In Frauen investieren: Fortschritt beschleunigen" gestellt wurde. Natürlich gibt es auch in der Schweiz und in Europa nach wie vor grossen Nachholbedarf für die Gleichstellung der Geschlechter, jedoch sind wir eingeladen, im Kontext des 8. März auch über den Tellerrand hinauszuschauen und uns mit Frauen auf der ganzen Welt zu solidarisieren. Dies ist bitter nötig, denn eine aktuelle Studie der UN-Women zeigt, dass nur gerade 0.2% der internationalen Hilfsgelder spezifisch für Frauen und Mädchen und für die Bekämpfung sexualisierter Gewalt bestimmt sind.


Wie Sie wissen, sind die meisten unserer Klientinnen Überlebende von sexueller Gewalt und dazu gibt es traurige Fakten. Sexuelle Gewalt als Kriegswaffe ist leider aktuelle Realität: Sei es der Krieg in der Ukraine, der Überfall der Hamas auf Zivilistinnen in Israel, aber auch aktuelle Zeitungsberichte von Übergriffen israelischer Soldaten auf palästinensische Frauen. Damit müsste die Bekämpfung sexueller Gewalt u.a. im Zusammenhang mit bewaffneten Konflikten also weit oben auf der politischen Agenda stehen. Diese abscheuliche Kriegswaffe wird weltweit in allen bewaffneten Konflikten eingesetzt und meist hören wir von diesen Menschenrechtsverletzungen hier in Europa nichts. Dem gegenüber steht ein neuer Bericht der UN-Frauen der besagt, dass weltweit weniger als 1% der internationalen Hilfsgelder zur Bekämpfung geschlechtsspezifischer Gewalt bestimmt sind. Im Jahr 2022 gaben Länder auf der ganzen Welt 204 Milliarden US-Dollar für Entwicklungshilfe aus. Von dieser beträchtlichen Summe wurde nur ein Fünftel eines Prozents (also 0.2%!) zur Bekämpfung geschlechtsspezifischer Gewalt ausgegeben. Das geht aus der Studie "What Counts? The state of funding for the prevention of gender-based violence against women and girls", einem neuen Bericht der UN Women hervor.


Wie zerstörerisch geschlechtsspezifische Gewalt ist, erleben wir an den Geschichten unserer Klientinnen. Eine Gesellschaft wird in ihren Grundmauern erschüttert und die Traumata der betroffenen Frauen werden über Generationen weitergetragen. Auch deshalb ist die Arbeit von SAO besonders wichtig. Unsere Klientinnen können sich in unseren Zentren nicht nur einer friedvollen Umgebung sicher sein, in der sie Schritt für Schritt Vertrauen wiedergewinnen. Unsere Psychologinnen unterstützen sie nachhaltig dabei, ihre Traumata zu verarbeiten und gestärkt in die Zukunft zu schauen. Unsere Sozialarbeiterinnen begleiten sie durch den griechischen Asyl- und Behördendschungel. Manche bringen schon parallel zur Traumaverarbeitung die Kraft auf, den nächsten Schritt zu tun und die griechische Sprache zu erlernen,  manche brauchen mehr Zeit und Ermunterung, den Weg in die Ankunftsgesellschaft zu finden.


Weltweit sind über 108 Millionen Menschen auf der Flucht, rund die Hälfte davon sind Frauen und Mädchen. Dass von den Geldern, die weltweit für Entwicklungshilfe ausgegeben werden, nur gerade ein Fünftel eines Prozents für Frauen eingesetzt werden, ist empörend und viel zu wenig. Der Schutz von Frauen und Mädchen muss endlich eine höhere Priorität in der politischen Agenda erhalten. Nun geht es beim diesjährigen Weltfrauentag auch ums Investieren in die Zukunft von Frauen und Mädchen. Es konnte nachgewiesen werden, dass Projekte von und für Frauen erfolgreicher sind, da sich Frauen stärker für die Gemeinschaft und für die Nachfolgegenerationen einsetzen und somit vorsichtiger mit Geld umgehen. Das Investieren in Frauenprojekte lohnt sich somit auch finanziell, da mit den gesprochenen finanziellen Mitteln mehr erreicht werden kann und die Wahrscheinlichkeit grösser ist, dass die Projekte langfristig selbsttragend werden.


Auch ihre Spende an SAO ist ein Investment in Frauen. Wir stellen sicher, dass die uns zur Verfügung gestellten Gelder ihre Wirkung haben  und den Frauen in einem professionellen Setting zugutekommen. Da auch bei positivem Asylentscheid die Zukunft der Frauen ungewiss bleibt, setzen wir viel Wert darauf, unsere Klientinnen beim Aufbau von sogenannten Livelihood-Skills zu unterstützen, also beim Aufbau von spezifischen Fähigkeiten, die ihnen später ein eigenes Einkommen ermöglichen können (Sprachen, Computerkenntnisse, Handarbeiten etc.). Unsere Arbeit steht somit im Einklang mit dem Motto der UNESCO für den diesjährigen Weltfrauentag: Bei uns investieren Sie in Frauen und deren Zukunft. Wir danken Ihnen für Ihre Spende!

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